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Projektbeschreibung

Modellvorhaben zur Erprobung der Ausschreibung von Agrarumweltmaßnahmen am Beispiel der Grünlandextensivierung

Problemstellung und Zielsetzung
Es ist seit Jahren festzustellen, dass das Grünlandextensivierungsprogramm Nordrhein-Westfalens zwar in Höhenlagen und ertragsschwachen Standorten gut angenommen wird, in Regionen mit höheren Erträgen jedoch nur eine geringe Verbreitung erfährt. Gesucht wurde deshalb nach Wegen, auch in diesen Regionen, in denen die Opportunitätskosten der Extensivierung naturgemäß über denjenigen ertragsschwächerer Standorte liegen, eine höhere Teilnahme und die damit verbundenen positiven ökologischen Effekte zu erreichen. Ausschreibungen könnten ein Weg sein, um dies zu erreichen, ohne überproportionale Mitnahmeeffekte in Ungunstlagen zu verursachen.
Ziel des Vorhabens ist es, anhand der wissenschaftlichen Begleitung eines Modellvorhabens zu überprüfen, ob Ausschreibungen bei der Teilnehmerauswahl in Grünlandextensivierungsprogrammen sinnvoll Verwendung finden können und es erlauben, einen neuen Teilnehmerkreis zu vertretbaren Kosten zu erreichen. Mit dieser zuerst im Modellvorhaben zu erprobenden Anpassung des Kulturlandschaftsprogrammes NRW soll versucht werden, das Grünlandextensivierungsprogramm für Landwirte an ertragreichen Standorten attraktiver zu machen und damit zu seiner Verbreitung und größeren Akzeptanz beizutragen. Gleichzeitig bringt dieses Vorgehen neuen Beratungsbedarf mit sich. Die besten Wege zur Deckung dieses Bedarfs sollen ebenfalls im Rahmen des Vorhabens ermittelt werden.

Theoretischer Hintergrund und Methodik
Dem Projekt liegt ein Ausschreibungsmodell zugrunde, das sich auf zentrale Strukturmerkmale eines mikroökonomischen Auktionsmodells stützt. Dieses Modell basiert u. a. auf den Annahmen fehlender Transaktionskosten, der Abwesenheit von Common-Knowledge und einer Konkurrenz unter den Bietern.
Inwieweit die positiven Simulationsergebnisse in die Praxis übertragbar sind, hängt stark davon ab, ob die getroffenen Annahmen in der Realität von Extensivierungsprogrammen gegeben sind. Daher werden drei Ausschreibungsrunden in zwei Modellkreisen durchgeführt und die betroffenen Landwirte und Behörden befragt. Die sich daraus ergebenen Ergebnisse werden entsprechend der Zielvorstellung ausgewertet und interpretiert.

Vorläufige Ergebnisse
Ausgehend von den theoretischen Modell- und Simulationsergebnissen, die für eine Ausschreibung Effizienzsteigerungen voraussagen, wurden die zugrunde liegenden Annahmen anhand der ersten der drei geplanten Ausschreibungsrunden auf ihre Gültigkeit untersucht.
Die zweite Ausschreibungsrunde ist bereits angelaufen. Erste Auswertungen zeigen eine starke Reaktion der Angebote auf die Informationen aus der ersten Runde, die eine stärkere Anlehnung an die tatsächlichen Opportunitätskosten vermuten lassen.


Beginn: 01.02.2003 Ende: 30.09.2005
Dauer: 33 Monate Status: in Durchführung
Betreuer: Frau Dr. Prof. Karin Holm-Müller
Finanzierung: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW (MUNLV-NRW)
Kooperationen: MUNLV-NRW, Landwirtschaftskammern
BEARBEITER:

Publikationen

  • Hilden (2003): Mehr Geld für extensives Grünland, Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe, 8/2003, S. 22

  • Hilden (2003): Höhere Grünlandextensivierungsprämie im Kreis Wesel möglich, Landwirtschaftliche Zeitschrift Rheinland, 11-2003, S. 15

Zuletzt geändert: 01.08.2017