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Projektbeschreibung

Regionale Bestimmungsfaktoren ökologischer Landwirtschaft

Ziele:
Seit mehreren Jahren wird die Umstellung auf den ökologischen Landbau gefördert. Fördervolumen und –praxis werden dem gesetzten Anspruch nicht gerecht. Eine effektive Förderung setzt die Kenntnis von Wirkungsparametern und –zusammenhängen voraus. Nicht zuletzt wird die Frage gestellt, welchen Anteil die Förderung selbst an der Ausweitung des ökologischen Landbaus trägt. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen einer Überprüfung der (Förder)Politik.


Beschreibung:
1. Fragestellung: Das Dilemma, in dem die moderne Landwirtschaft steckt, wird vielfach problematisiert und diskutiert. Als Lösungsvorschlag wird u.a. die Umstellung auf ökologischen Landbau genannt, wobei die Spannweite von der Steigerung des Flächenanteils auf 10% (20%) bis zur vollständigen Umstellung der Landwirtschaft reicht. Tatsächlich ist der Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche gering. Regional wird in sehr unterschiedlichem
Maße ökologischer Landbau betrieben. Welche Strukturen liegen hinter den regional unterschiedlichen Anteilen des ökologischen Landbaus? Welche Einflussfaktoren lassen sich aus der zurückliegenden Entwicklung ermitteln, die eine Ausdehnung des ökologischen Landbaus begünstigen? Welche Handlungsspielräume für die Politik – Agrarpolitik, Regionalpolitik - leiten sich daraus ab, ökologischen Landbau gezielt zu fördern. Und können daraus zuletzt auch Aussagen (Prognosen) für die zukünftige Entwicklung gemacht werden?

2. Methodik:
Aus den Theorien der Rahmenbedingungen der Agrarstruktur einerseits und der Regionalstruktur andererseits
wird der Einfluss daraus abzuleitender Indikatoren auf die regionale Verteilung des ökologischen Landbaus
geprüft. Die Verteilung des ökologischen Landbaus wird in einer ersten Annäherung mit den regionalen Flächenanteilen des ökologischen Landbaus an der LF erfasst. Mittels multivariater statistischer Verfahren sind die Indikatoren in ihrem Bedeutungszusammenhang zum ökologischen Landbau quantifizierbar. Die Ergebnisse sind Basis für Szenarien und Simulationen. Um einen möglichst vollständigen Einblick in die Bestimmungsgründe zu erhalten, wird eine bundesweite Erhebung angestrebt. Über Aggregatstatistiken ist eine so breit angelegt Studie machbar. Mit diesem überregionalen Ansatz nimmt man allerdings einen Verlust an qualitativer Tiefe in Kauf, insbesondere wenn es um sehr spezifische betriebliche Situationen geht. Diese wären nur über Einzelbefragungen erfassbar. Auf Einzelbefragungen gestützte Untersuchungen liegen bereits mehrfach vor. Diese müssen sich jedoch ausnahmslos auf ausgewählte Beispielregionen beschränken, wobei hier wiederum nie die gesamte Bandbreite an regionalen Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau abgedeckt werden kann. Diese Dissertation setzt daher einen neuen Schwerpunkt in der Erforschung der Einflussfaktoren auf den ökologischen Landbau.


Beginn: März 1996 Ende: voraussichtlich Ende 2003
Dauer: 5 Jahre Status: in Durchführung
Betreuer: Herr Prof. Henrichsmeyer (bis Nov. 1998), Fr. Prof. Holm-Müller (seit März 2001)
Finanzierung: Eigenfinanzierung
Bearbeiter: Antonia Milbert

Publikationen

  • Irmen, E. & A. Milbert (2002): Nachhaltige Raumentwicklung im Spiegel von Indikatoren. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (Hg.): Berichte 13, Bonn

  • Milbert, A. (2002): Was ist "Der ländliche Raum"? LEADER forum. Magazin der Deutschen Vernetzungsstelle, Heft 3, S. 18-19.

  • Milbert, A. (2002): Nachhaltige Raumentwicklung im Spiegel von Indikatoren. Mitteilungen und Informationen des Bundesamtes für Raumordnung und Bauwesen, Heft 4, Bonn, S. 8.

  • Irmen, E., Maretzke, S. & A. Milbert (2001): Regionale Entwicklungspotentiale in den neuen Ländern: Erwartungen und Wirklichkeit. Informationen zur Raumentwicklung H. 2/3, S. 127-147.

Zuletzt geändert: 01.08.2017